UNESCO erklärt Buchenwälder zum Weltnaturerbe
Mecklenburg-Vorpommern ist um eine Welterbestätte reicher: Neben den Altstädten von Stralsund und Wismar, die Teil des Kulturerbes der Welt sind, stehen nun auch zwei Buchenwälder in MV als Naturerbe auf der UNESCO-Liste. Insgesamt fünf alte deutsche Buchenwälder hat die UN-Sonderorganisation am Sonnabend (25.06.) als Weltnaturerbe ausgezeichnet.
Mit Serrahn im Müritz-Nationalpark und dem Nationalpark Jasmund in Mecklenburg-Vorpommern wurden nach Angaben der Deutschen UNESCO-Kommission der Grumsiner Forst in Brandenburg, der Nationalpark Kellerwald-Edersee in Hessen sowie der Nationalpark Hainich in Thüringen in die Liste aufgenommen. Sie repräsentierten die wertvollsten verbliebenen Reste großflächiger naturnaher Buchenbestände in Deutschland.
Diese fünf Buchenwälder sind jetzt Teil eines grenzüberschreitenden Weltnaturerbes. Zu der Welterbestätte zählten seit 2007 bereits zehn Gebiete in der Slowakei und der Ukraine, die in Höhenlagen von bis zu 1.940 Metern liegen. Reste naturnaher Tiefland-Buchenwälder gibt es der UNESCO-Kommission zufolge weltweit nur noch in Deutschland. Offiziell heißt die Welterbestätte jetzt "Buchenurwälder in den Karpaten und alte Buchenwälder in Deutschland".
Die von der Entscheidung betroffenen Bundesländer reagierten sehr erfreut auf die Entscheidung. So erklärte Till Backhaus (SPD), Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern, die Auszeichnung sei "ein großer Tag für den Naturschutz in Mecklenburg-Vorpommern". Damit stünden die Buchenwälder nun auf einer Stufe mit weltweit so bedeutenden Stätten wie dem Yellowstone-Nationalpark, den Viktoria-Wasserfällen und den Galapagos-Inseln.
Die Auszeichnung erfolgte durch das UNESCO-Welterbekomitee. Das Gremium, dem Experten aus 21 Ländern angehören, prüft jährlich, welche von den Mitgliedstaaten vorgeschlagenen Stätten neu in die Liste des Kultur- und Naturerbes aufgenommen werden. Voraussetzung dafür ist, dass die Stätten die Kriterien der Welterbekonvention erfüllen. Dazu gehören unter anderem der "außergewöhnliche universelle Wert", die "Authentizität" eines Kulturdenkmals und die "Integrität" einer Naturerbestätte. Außerdem muss ein überzeugender Managementplan die zukünftige Erhaltung sicherstellen. Vor der aktuellen Erweiterungsrunde umfasste die Welterbeliste insgesamt 911 Denkmale in 151 Ländern. Davon waren 704 Kulturdenkmale und 180 Naturdenkmale. Weitere 27 gehörten beiden Kategorien an.
