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Schlösserreisen, Festspielreisen, Tagesreisen, Gartenreisen, Mehrtagesreisen, MV-Reisen, Deutschland und Europa

20. Mai 2012

Berlin ist fraglos die große Salondame unter den Metropolen.

In einer ihrer schönsten Lagen findet man die Liebermann-Villa in Wannsee.

28. Juli 2012

 

Wir laden Sie ein in die hügelige Landschaft des Naturparks Lauenburgische Seen und der Schaalsee-Region.

 

23. Mai 2012

 

Schloss Lütgenhof liegt bei Dassow direkt am Naturschutzgebiet am Dassower See inmitten einer weitläufigen Parklandschaft.


Reise am 14. November 2010 nach Caputh & Potsdam

Ein Reisebericht von Herrn Dr. Dieter Herrig.

 

Reise zu EINSTEIN-Stätten

 

Vers-Protokoll einer Bildungsreise von URANIA Schwerin und LANDREISEN Schwerin

Orte: Potsdam und Caputh

Zeit: Sonntag, 14. November 2010

Teilnehmer: 19 aus Schwerin und Umgebung

Reiseleiter: Ralf Donner, Urania Schwerin

Reiseführer: Dr. Axel Hofmann (in Potsdam), Erika Britzke (in Caputh)

Reisefahrer: Gerd Schuldt, LANDREISEN Schwerin

Protokollant: Dr. Dieter Herrig 1), Schwerin

 

 

Achtung: Das Protokoll ist nur an den ernst gemeinten Stellen ernst gemeint.

 

 

Der Grund

 

Wer sonntags sonst bis 8 Uhr schlief,

der schlief recht lange, relativ.

Doch heute, flugs, geht’s früh wie nie

zum Gründer einer Theorie,

die zeigt, dass sich die Zeiten dehnen,

wenn wir nicht still im Bette gähnen.

 

 

Es geht zu EINSTEIN2), geht zum Turm,

der aussieht wie ein Zeugungs-Wurm;

es geht zum Sommerhaus hinaus,

dem Muster für ein Fertig-Haus;

es geht zum Schloss dann in Caputh -

in diesem Tempo, kurz und gut.

 

 

Die Fahrt

 

Noch trübe ist der Tag und trist,

und wenn nicht wäre, was ja ist,

fiel’s Auge zu; ein Stein vom Herzen

fällt uns, Tristesse auszumerzen.

 

 

Links Neuruppin, der SCHINKEL-Ort3),

und auch FONTANE4) stammt von dort,

von dem man kennt und gern sie liest:

ARDENNEs Oma, „Effi Briest“5).

 

 

Der Telegrafenberg

 

In Potsdam, also in der Mark,

da steht der Albert-Einstein-Park

hier auf dem Telegrafenberg6)

für Wissenschaftler und ihr Werk:

- sie schauen an die Himmels-Sterne

und die Galaxien in der Ferne

- sie sammeln Daten in der Fülle

von uns’rer Atmosphären-Hülle

- sie zeigen Folgen für die Erde,

falls Klima sehr bedrohlich werde.

Nun stehen wir direkt davor -

vor dem Refraktor-Bau und -Tor,

wo HARTMANN7) einstmals fündig war -

Materie fand, inter-stellar,

und wo einst SCHWARZSCHILD8) elegant

den Grund für Schwarze Löcher fand,

und zwar in EINSTEINs Theorie -

hier wirkte manches Top-Genie !

 

 

 

Wir gehen nun zum EINSTEIN-Turm,

dess’ Zweck war, was der Sonnen-Sturm

und was die Sonne noch so macht,

zu finden; dabei stets bedacht,

wie unser feurig’ Massenball

Licht rotverschiebt, verbiegt9) im All.

Und MENDELSOHN10), der Architekt,

er ward vom Biegen angesteckt:

Es ist gebogen klug das Haus -

ja, ERICH hat den Bogen ’raus !

Die ersten Skizzen von dem Dings,

sie ähneln sehr Ägyptens Sphinx11) -

der birgt Geheimnis, kennt das Ziel -

„organisch“ heißt und passt der Stil !

Und ab und an saß EINSTEIN schon

auf dem Gestühl von MENDELSOHN,

auf dem wir heute hier gesessen -

die Sitzung bleibt uns unvergessen !

 

 

 

Das Sommerhaus

 

Es wird noch besser, super-nett:

wir landen gar in EINSTEINs Bett,

genauer: zwischen Wand und Wand,

wo einst des Meisters Bette stand.

Wir sind, der Leser merkt es schnell,

im Dorf Caputh, hier an der Stell’,

wo ELSA12), EINSTEINs zweite Frau,

mit WACHSMANN13) plant’ den Sommer-Bau:

Ein Haus aus Fertig-Teilen, schlicht,

doch uniform ? So ist es nicht !

 

 

Es ist durchdacht und gut gemacht.

Drei Sommer wurd’ gelacht, gedacht …

Für EINSTEIN war ein Haus wie dies’

am Hang zum See das Paradies !

Sehr int’ressant: Vom Haus nicht fern,

da steht das Haus vom Nachbar STERN14):

Nicht Holz, Beton als Fertig-Teile -

zwei Häuser, eine Fortschritts-Meile.

Der Zweck, er braucht Verzierung nicht -

die schönste Zierde, die ist schlicht …

 

 

P.S.: Der Hausherr wollt’, es sollten sein

im Gästebuch nur Verselein15).

 

 

Das Schloss

 

Im Schloss - der Schlichtheit Gegenteil:

viel Prunk, auch Protz und „Pornos“ geil,

mit einer Treppe, hoch hinauf,

doch hört sie auf nach kurzem Lauf.

Hier wohnt’ des Großen Kurfürsts16) Weib

und hatte ihren Zeitvertreib

 

 

mit Bildern und mit Porzellan

und mit dem Schloss-Erweit’rungs-Plan.

Doch halt: Das war wohl ungerecht,

gewiss war DOROTHE’17) nicht schlecht;

sie hatte Kinder, 7 plus 3,

der erste FRIEDRICH18) war dabei !

 

Schloss Caputh © © SPSG, Foto: Hans Bach

Schloss Caputh

 

 

Der Dank

 

Zusammenfassend auf der Stelle:

Ein Tag für intellektuelle

Freunde, Freuden und gewisse

Erlebnisse, Erkenntnisse.

Ein herzlich’ Danke den „Landreisen“ –

wir werden loben sie und preisen !

 

 

 

Fußnoten:

 

1) Dieter Herrig (*1940), Dr.-Ing., Dr.sc.techn., war vor der Rente zuletzt Direktor an der Nervenklinik Schwerin.

2) Albert Einstein (1879 - 1955), Nobelpreisträger, gilt wegen seiner Relativitätstheorien als einer der größten Denker.

3) Karl Friedrich Schinkel (1781 - 1841), Stararchitekt des Klassizismus, prüfte auch die Entwürfe zur Nervenklinik Schwerin.

4) H. Theodor(e) Fontane (1819 - 1898), Apotheker/Schriftsteller, schrieb 1894/95 den Roman „Effi Briest“ (2 Bände).

5) Elisabeth von Plotho musste 1873 den Baron Armand L. von Ardenne heiraten und wurde zum Vorbild für „Effi Briest“.

6) Der Telegrafenberg war um 1840 die vierte Station der optischen Telegrafenlinie Berlin - Koblenz (46 = 4096 Zeichen).

7) Johannes (Juan) Franz Hartmann (1865 - 1936), Astronom, entdeckte 1904 unsichtbare Materie zwischen Stern und Erde.

8) Karl Schwarzschild (1873 - 1916), Astrophysiker, gelang 1915 eine erste Lösung der Feldgleichungen Einsteins.

9) Refraktor und Spektroskop sollten Einsteins Vorhersage des gravitativen Rotverschiebungs-Effekts der Sonne verifizieren.

10) Erich Mendelsohn (1887 - 1953), Architekt, schuf 1920/21 den Einstein-Turm „um“ Refraktor und Spektroskop „herum“.

11) Ursprünglich war „die Sphinx“ grammatikalisch richtig, in der Fachsprache gilt aber „der Sphinx“ (natürliches Geschlecht).

12) Elsa Einstein, gesch. Löwenthal (1876 - 1936), Cousine Einsteins, wurde nach Scheidung von Mileva die zweite Ehefrau.

13) Konrad Wachsmann (1901 - 1980), Architekt/Ingenieur, gilt als Pionier der industriellen Vorfertigung von Häusern.

14) Adolf Stern (1873 - 19??), Regierungsbaumeister, verkaufte Einstein 1929 einen Teil seines Grundstücks.

15) Im Gästebuch standen deshalb Reime wie „Klaue - Laue“ (Max von Laue) oder „Händl - Mendel“ (Freundin Toni Mendel).

16) Friedrich Wilhelm von Brandenburg (1620 - 1688), Kurfürst, führte Preußen zur Großmacht, deshalb „Großer Kurfürst“.

17) Dorothea Sophie von Braunschweig (1636 - 1689) hatte 7 Kinder und 3 Stiefkinder, darunter Friedrich, später König.

18) Friedrich I. in Preußen (1657 - 1713), erster Preußen-König, war der Großvater von Friedrich II., dem „Alten Fritz“.